Feinste Blasmusik, packende Soli und wahrer Genuss
Zum 23. Mal spielte die Musikkapelle Surberg-Lauter ein großartiges Frühjahrskonzert in der voll besetzten Surtalhalle, wobei gerade die Blasmusikarrangements mit Soloparts besonders packten. Aus den Reihen der Jugendkapelle, die den Blasmusikabend beeindruckend eröffnete, wurde Nachwuchsmusiker Pius Anfang das Musikerleistungsabzeichen überreicht. Mit dem Flügelhorn bestand er vor Kurzem die Musikerleistungsprüfung zum bronzenen Leistungsabzeichen D1. Musiklehrer Bernhard Lackner steckte ihm das Abzeichen an und Musikmeister Markus Zoff sowie Manfred Biermaier, Vorsitzender der Musikkapelle, übergaben feierlich die Urkunde.

»Transformers« hieß der Konzertmarsch für Jugendorchester von Alexander Pfluger, mit dem die Jugendkapelle Surberg-Bergen-Neukirchen den Abend eindrucksvoll eröffnete. Vom gleichen Komponisten hatte sich Tamás Puskás den »Almhüttenwalzer« aufs Dirigentenpult gelegt. Die derzeit kleine, aber feine Jugendkapelle Surberg unter der Leitung von Tamás Puskás und Bernhard Lackner hat sich mit der von Robert Zieher geleiteten Jugendkapelle Bergen zu einer Spielgemeinschaft zusammengetan. Sie wird noch von Nachwuchsmusikern aus Neukirchen unterstützt.
Hoch konzentriert boten die Jungen dann, von Zieher dirigiert, die anspruchsvolle »Soul Bossa Nova« von Quincy Jones und die Deep Purple Rocknummer »Smoke on the Water« dar. Nach dem gemeinsam voluminös gespielten »Bozener Bergsteigermarsch« von Sepp Danzer verabschiedete sich die Jugendkapelle.
Die Musikkapelle Surberg-Lauter mit Musikmeister Markus Zoff übernahm mit dem »Astronautenmarsch« von Josef Ullrich einen Marsch, »der es mit einem gewaltigen Schlussteil in sich hat«, informierte Sprecher Sepp Wimmer. Rund zehn Minuten Hörgenuss bot das Hauptstück des Abends »An der schönen blauen Donau« von Johann Strauß, das gezeichnet war von einem gefühlvollen Beginn, ausgesetzten Momenten und anspruchsvollem Arrangement.

Im Vergleich zum beschwingt-gemütlichen Stil mit plötzlichen Tempowechseln einer böhmischen Polka klinge die mährische Polka schärfer und aggressiver mit einem schnelleren Grundtempo, erklärte Wimmer den Unterschied. Beide Stile verband die Polka »Weil böhmisch m(ä)ehr – isch!« von Toni Hinderer, wobei es bei »Böhmische Musikantengrüße« von Guido Henn bei der böhmischen Spielart blieb. Dass man auch im reiferen Alter noch perfekt ein Solo darbieten kann, bewiesen mit großer Spielfreude Georg Wimmer an der Bassklarinette und Sepp Wimmer an der Es-Klarinette bei der Polka »Claruba« von Adam Hudec.

Unwiderstehlich zog die Jugend nach bei »Herzfeuer« von Holger Lück, einem Slow-Rock für zwei Trompeten, bei dem Genovefa Maier (16 Jahre) und Tobias Burghartswieser (17 Jahre) für Gänsehaut sorgten. »Die Sonne geht auf« hieß der Konzertmarsch von Rudi Fischer, bei dem die Querflötenspielerinnen Johanna Wimmer und Michaela Handrick sowie Anna-Lena Lechner an der Piccoloflöte wahrlich »einen Ohrenschmaus mit Augenweide« boten, wie Sepp Wimmer die Flötensolos in Form eines kleinen Flötistinnengedichts charmant ankündigte. Das entschlossene Schlagzeug von Gerry Wimmer kennzeichnete nicht nur den »Bergblütenwalzer« von Alexander Pfluger, sondern auch das Medley »Les Humphries in Konzert«.

Nach der Schlusspolka »Guten Abend, gute Nacht« von Alexander Stütz erklatschte sich das begeisterte Publikum noch zwei Zugaben, die ein ganz besonderes Ausrufezeichen hinter ein wunderbares Blasmusikkonzert setzten. Noch einmal trat Genovefa Maier nach vorne, diesmal am Mikrofon im Duett mit Josef Mösenlechner. Gemeinsam sangen sie perfekt und erfrischend ganz in Egerländer-Musikanten-Manier das Egerländerstück »In deinen Armen« sowie »Liebe Freunde« von den Böhmerwälder Musikanten. Das Geld aus den Spendenkörbchen, das sich trotz freien Eintritts am Ende gehörig füllte, kommt der Arbeit im Jugendbereich zugute.
Quelle: Traunsteiner Tagblatt zim